Wohlbefinden im Team – und wie Sie es erreichen
Eine Kultur schaffen, in der Mitarbeiter aufblühen und das Unternehmen wächst
Gregers Sander
Co-Founder, CEO
In Branchen wie Gastronomie, Hotellerie, Service und Einzelhandel sind zufriedene Mitarbeiter keine Kür. Ohne sie erleben Gäste und Kunden einen schlechten Service, die Fluktuation steigt, der Umsatz sinkt und die Kosten klettern. Zufriedene und engagierte Mitarbeiter sind in jedem Unternehmen wichtig, besonders dort, wo sie den Kunden direkt gegenüberstehen.
Menschen sind komplex, und für die Zufriedenheit jedes Einzelnen spielen unzählige Faktoren eine Rolle. Aber als Inhaber, HR-Verantwortlicher oder People-and-Culture-Manager müssen Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um ein Arbeitsumfeld und eine Kultur zu schaffen, in der Menschen aufblühen.
Sie brauchen Daten
Wenn Sie das Wohlbefinden verbessern wollen, müssen Sie zuerst messen, wie es Ihren Mitarbeitern geht. Machen Sie es ihnen leicht: Eine lange, komplizierte Befragung per E-Mail wird kaum funktionieren. Bei zu wenigen Antworten sind die Daten wertlos. Nutzen Sie Software, die das einfach macht und die Ergebnisse strukturiert aufbereitet, damit Sie nach Abteilungen und Rollen auswerten können. Erfassen Sie dabei die Themen, auf die es ankommt, etwa „Verhältnis zur Führungskraft“, „Anerkennung“ oder „Persönliche Entwicklung“. Sie müssen wissen, wo es hakt und wo es gut läuft, um Ihre Kraft gezielt einzusetzen. Erheben Sie außerdem den eNPS, damit Sie sich unabhängig vom eingesetzten System mit anderen vergleichen können.
Noch ein wichtiger Punkt: Sagen Sie Ihren Mitarbeitern, warum Sie die Befragungen durchführen. Machen Sie deutlich, dass Sie es für sie tun, um den Arbeitsplatz besser zu machen. Unsere Erfahrung zeigt: Ohne diesen Zusammenhang antworten deutlich weniger Menschen.
Messen Sie in kurzen Abständen
Sobald Sie ein System haben, über das Mitarbeiter einfach Feedback geben, messen Sie in festen Abständen. Einmal im Jahr reicht bei Weitem nicht; nach meiner Erfahrung sind alle zwei bis drei Monate ideal. Sind die Abstände zu groß, arbeiten Sie einen Großteil des Jahres mit veralteten Daten; sind sie zu klein, riskieren Sie Befragungsmüdigkeit und zu kleine Stichproben. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die Befragung anonym ist. Mitarbeiter antworten selten ehrlich, wenn sie fürchten, ihr Feedback könnte ihren Job oder ihren Stand im Unternehmen gefährden.
Nachfassen und handeln
Es gibt kein Wundermittel für zufriedene Mitarbeiter über Nacht; es braucht strategische, beharrliche Arbeit. Aber sobald Sie wissen, welche Abteilungen und Themen am meisten drücken, können Sie gezielt ansetzen. Welche Maßnahmen die richtigen sind, hängt von den Problemfeldern ab. Eines ist sicher: Wenn Mitarbeiter sehen, dass aus den Ergebnissen etwas folgt, entsteht ein positiver Kreislauf, und sie geben weiter Feedback. Zeigen sich etwa Probleme beim „Verhältnis zu den Kollegen“ und Sie starten daraufhin gemeinsame Veranstaltungen und Treffen, erleben alle unmittelbar, dass ihr Feedback ernst genommen wird.
Genauso sicher ist: Soziale Unterstützung wirkt. Geben Sie Mitarbeitern die Möglichkeit, Probleme zu melden, wenn nötig anonym, und fassen Sie individuell nach. Fördern Sie eine Kultur, in der Sorgen offen besprochen werden, statt unter den Teppich zu wandern. Stärken Sie den Rückhalt auf allen Ebenen des Unternehmens.
Wer mehr Kontrolle über sein Arbeitsleben und sozialen Rückhalt bekommt, ist körperlich und mental gesünder. Handlungsspielraum und sozialer Rückhalt gehören zu den stärksten Faktoren für Arbeitszufriedenheit, Motivation und individuelle Leistung – oft stärker als das Gehalt.